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trüb – *.txt

Birgit hängt trüben Gedanken nach.

Es traf sie wie ein Faustschlag in den Magen, als sie sich nach Monaten wieder mal auf ihrem Girokonto einloggte. Sie und ihr Mann haben ein gemeinsames Konto, und Birgits Mann kümmert sich um die Rechnungen und zückt die Karte, wenn sie einkaufen gehen. Sie vertraut(e) blind darauf, dass er das schon richtig macht und die bescheidenen Finanzen im Griff hat.

Und jetzt das!

Sie ist seit vier Monaten Rentnerin und richtig stolz, nicht mehr nur das Geld von ihrem bisherigen 400-€-Job zum gemeinsamen Haushalt beisteuern zu können. Die letzten zehn Jahre hatte sie nur noch diesen Job; vorbei mit der gut bezahlten Vollzeitstelle. Endlich könnten sie nun was zur Seite legen, endlich das Sparkonto wieder auffüllen. Gut, sie sah ein, dass es nicht klug wäre, zu Beginn des Jahres mit dem Sparen anzufangen, wenn all die Versicherungen fällig sind. Zinsen gibt es zur Zeit sowieso nicht auf dem Tagesgeldkonto, so dass sie erstmal das Mehr-Geld genauso gut auf dem Girokonto lassen konnten. Eine große Reparatur am Haus schneite ins Haus, einige Tausend Euro! So viel gab das Sparkonto gar nicht mehr her. Aber Birgit war sicher, dass sich auf dem Girokonto  ganz ordentlich was angehäuft haben musste.

Also loggte sie sich wieder mal auf dem Online-Konto ein, und wunderte sich, dass sie zwar nicht im Minus waren, angehäuft hatte sich jedoch absolut nichts. Seltsam. Na gut, besagte Versicherungen wie jedes Jahr wurden abgebucht, zwei Geburtstage waren. Trotzdem, wieso war da nicht mehr Geld auf dem Konto?

Birgit erinnerte sich an ihre Schulzeit, Unterrichtsfach Wirtschaft: T-Konto mit Einnahmen und Ausgaben anlegen. Sie begann mit dem ersten Monat, in welchem sie Rente bezog. Toll, IHRE Rente! Als sie den zweiten Monat auflistete, stutze sie. Wo war die Betriebsrente ihres Mannes? Oh, letzten Monat war die ja auch schon nicht eingegangen. Kurzum, seit Birgit Rente erhielt, war die Betriebsrente weg.

Tagelang schleppte sie dieses Wissen mit sich herum, bis sie endlich den Mut fand, ihren Mann damit zu konfrontieren. Seine lakonische Antwort, dass er sie ja schließlich all die Jahre finanziert habe und ihm diese Betriebsrente wohl zustehe, erschüttert sie immer noch. Keine Angaben seinerseits, was er mit dem Geld vorhat, keine Angaben wohin es geht, Fassungslosigkeit wegen seiner heimlichen Aktivitäten. Welche gibt es sonst noch, von denen sie nichts ahnt?

 

Dies ist mein Beitrag zum 4. Wort des Projekts *.txt , das Dominik Leitner ins Leben gerufen hat. Vielen Dank für deine Initiative, Dominik!

22.4.16 21:07

Letzte Einträge: Geschafft, Zum Jahreswechsel, Kalt und rau, Kalt und glatt, So war 2016

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