BILDER, TEXTE UND LINKS: alle bilder und texte dieser seite sind, insoweit nicht anders gekennzeichnet, von mir verfasst und unterliegen somit meinem copyright. die benutzung meiner bilder und texte bedarf meiner zustimmung. für die inhalte von mir verlinkter seiten übernehme ich, trotz anfänglicher sorgfältiger kontrolle, keine haftung, sondern distanziere mich hiermit ausdrücklich von ihnen. für die inhalte aller von mir verlinkter seiten sind ausschließlich deren betreiber verantwortlich.

Links

Letztes Feedback





 

Die Sache mit dem Aussortieren

Meine Mutter hat uns das oft genug vorgemacht: Sie nahm sich eine Schublade vor, legte alles auf unseren großen Küchentisch und entschied bei jedem Teil, ob es wieder zurück in die Schublade durfte oder ob es entsorgt wurde. Dieses Vorgehen habe ich mir abgeguckt und sortiere in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen unsere Schränke durch.

Zugegeben, nach meiner Scheidung, als die meisten Schubladen und Schrankfächer übersichtlich waren, fiel es mir leicht, denn ich musste mich nicht oft entscheiden. Im Lauf der Jahre wurden die Schubladen voller, aber als ich zu meinem jetzigen Mann zog, trennte ich mich nicht nur von meinen Möbeln, sondern auch von vielen Sachen, die darin deponiert waren. Hin und wieder vermisse ich etwas, aber ich kann ohne auch gut leben.

Bei meinem Mann lief das etwas anders. Er behielt bei seiner Scheidung z. B. den großen, teilmassiven Teakholzschrank für das Wohnzimmer, und die Sachen, die seine Exfrau darin gelassen hat, blieben drin. Es kamen nur immer welche dazu. Auch einiges von mir, wenn sich ein Plätzchen fand.

Nachdem der gute Teakholzschrank vom Wohnzimmer in das eigentliche Schlafzimmer umzog, blieb der Inhalt wieder größtenteils darin. Aber im Frühjahr musste er endgültig zugunsten eines neuen Schlafzimmers weichen. Jetzt half nichts mehr, der Inhalt musste raus – erst mal in Kartons und in den Keller. Später, wenn das Schlafzimmer stünde und das kleine Zimmer möbliert sei, wollten wir alles sichten und aussortieren.

Heute nun nahm sich mein Mann drei Plastiktüten voller Kleinkram vor. Großzügig stellte ich ihm zwei Boxen zur Verfügung, von denen sicher eine leer bleiben würde – dachte ich. Alles unnützer Krempel, meiner Meinung nach. Alles Sachen, die man vielleicht noch brauchen kann, seiner Meinung nach. Die Boxen sind randvoll und eine Plastiktüte wandert wieder in den Keller. Darin sind die Sachen, die man wohl nicht (mehr) brauchen würde, die aber zu schade sind, um sie wegzuwerfen. Ersatzschrauben beispielsweise für den Teakholzschrank. Oder ein Schuhputzetui, das es mal als Weihnachtsgeschenk von einer Reederei gab.

Ich muss mich sehr beherrschen, um ihn nicht auszulachen, denn umgekehrt läuft es natürlich ähnlich.

Wozu das ganze Briefpapier, wenn man nur noch E-Mails schreibt? Wozu die ganze Wolle (und die Wollreste), so viel verstrickt doch kein Mensch. Wozu hunderte von Stricknadeln, wenn man doch nur Socken strickt? Wozu ein Kreuz, das eh nicht an die Wand kommt?

Denkt er! Er hat doch keine Ahnung! Natürlich brauche ich doch vielleicht mal wieder ein schönes Briefpapier. Ganz bestimmt werde ich auch nicht nur Socken stricken, hab doch neulich erst einen Schal aus einem Teil der Wollreste gestrickt. Und das Kreuz ist vom Bischof in Altötting geweiht worden, als ich mit meiner Schwester dort vor über 40 Jahren pilgern war.

Das wird einfach nicht weggeworfen. Basta!

13.11.15 19:49

Letzte Einträge: Geschafft, Zum Jahreswechsel, Kalt und rau, Kalt und glatt, So war 2016

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL